Aufbauend auf der Vorarbeit und der Informationsveranstaltung der Gemeinde Retzstadt ist das Ziel der Arbeitsgruppe, zu untersuchen, ob auch in Retzstadt die Installation eines nachhaltigen, zukunftssicheren Wärmekonzeptes möglich ist. Alle Teilnehmer sollen am Ende zuverlässig, günstig und weitestgehend klimaneutral mit Wärme aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Voraussetzung für ein solches Konzept ist eine möglichst hohe Beteiligung der Bürger. Um einen ersten Überblick über die Teilnahmebereitschaft zu erhalten, ist es wichtig, dass möglichst viele an der Umfrage der Gemeinde teilnehmen.
Liebe Bürgerinnen und Bürger von Retzstadt,
wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass die Planung für das Nahwärmenetz in die nächste Runde geht. Die Ergebnisse der Erhebungsbögen wurden zur Erstellung eines Konzeptes an die Firma Enerpipe übergeben, sodass voraussichtlich Ende April erste aussagekräftige Daten und Ansätze zur Planung und Realisierung eines Nahwärmenetzes in Retzstadt vorliegen. Danke für die rege Beteiligung! Es gab über 440 Rückläufer der Fragebögen. Danach sind über 200 Haushalte zu einem sofortigen Anschluss an ein Nahwärmenetz bereit!
Die Nahwärme Arbeitsgruppe möchte zum nächsten Treffen öffentlich einladen. Wer möchte noch Teil dieser spannenden Initiative werden? Wir suchen aktive Mitglieder, die Interesse daran haben, mit anzupacken – sei es jetzt, oder später in der Genossenschaft (oder ähnliches). Eure Ideen, Fähigkeiten und euer Engagement sind gefragt, um gemeinsam eine zukunftsorientierte und nachhaltige Lösung für unsere Wärmeversorgung in der Gemeinde zu realisieren.
Das nächste öffentliche Treffen der Arbeitsgruppe findet am 29. April 2025 um 19.00 Uhr im Mehrzweckraum des Rathauses statt. Hier habt ihr die Möglichkeit, mehr über das Projekt zu erfahren, euch mit Gleichgesinnten auszutauschen und aktiv an der Gestaltung unseres Nahwärmenetzes mitzuwirken. Für Fragen zum Nahwärmenetz allgemein schreibt an info@nahwaerme-retzstadt.de oder wendet euch persönlich an ein Mitglied der Arbeitsgruppe.
Wir freuen uns auf Euer Kommen und darauf, gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft für Retzstadt zu arbeiten!
Herzliche Grüße,
Die Arbeitsgruppe Nahwärme Retzstadt
Bei Interesse bitte Info an karl.gerhard@retzstadt.de
Stand: 23.03.2025
Bestehende Infrastruktur kann mit unterschiedlichen Energiequellen genutzt werden, egal was die Zukunft
bringt. Der Start wird so womöglich mit Hackschnitzel sein, aber beim Umstieg auf eine Wärmepumpe kann die
restlichen Struktur weiter genutzt werden.
Die Gemeinde hat schon viel Vorarbeit geleistet und mit dem bereits vergebenen Nahwärmekonzept mit der Firma
Enerpipe den ersten Schritt getan. Alle Städte und Gemeinden sind aktuell aufgefordert ein Wärmekonzept für
ihre Bürger zu erstellen. Retzstadt hat schon im letzten Jahr begonnen, sich dazu Gedanken zu machen und
verschiedene Möglichkeiten diskutiert.
Es ist davon auszugehen das die Kosten für die erneuerbaren Energien auf Dauer niedrig sind und
bleiben.
Zudem lässt sich Nahwärme als Genossenschaft organisieren, also ohne Gewinnerzielung. Gemeinsam können also
die Kosten niedrig gehalten werden, ohne das ein großer Akteur mögliche Gewinne abschöpft. Wir gewinnen alle
und arbeiten zusammen. Zudem wird durch das Nahwärmenetz wird der Wert der anliegenden und angeschlossenen
Grundstücke gesteigert.
Je mehr Haushalte bzw. Hauseigentümer mitmachen umso eher rentiert sich ein solches Vorhaben.
Aus der Präsentation "Nahwärmeversorgung in Bastheim und Geckenau"
Im Heizungsraum/Keller wird wenig Platz gebraucht, und ein Umbau von Bestandsgebäuden ist nicht nötig. Bei Wärmepumpe wären Flächenheizungen nötig, und für Pellets ist ein Lagerraum sowie regelmäßige Anfahrt nötig.
In der Energiezentrale wird Wasser erwärmt und über isolierte Rohre an umliegende Gebäude geleitet. In den
Häusern sorgen Pufferspeicher und Übergabestationen dafür, dass die benötigte Wärme in das Heizungs- oder
Warmwassersystem gelangt. Wärmenetze sind in Deutschland seit Jahrzehnten etabliert. Die Technik dafür ist
aufeinander abgestimmt, Energiebedarfe werden mit der Erzeugung in Einklang gebracht und die
Steuerungstechnik ist darauf angepasst.
Mit einem verzweigten Rohrnetz wird die Wärme in die beteiligten Häuser geliefert. Eine Übergabestation im
Haus ersetzt den alten eigenen Heizungskeller. Oftmals sind es ältere Öl- und Gasbrenner die ausgetauscht
werden müssen. Im Optimalfall werden diese Objekte in 2-3 Jahren von der Nahwärme Retzstadt e.G. mit
nachhaltiger Wärme versorgt.
Für jedes Projekt muss die passende Wärmeerzeugungs-Variante auf die örtlichen Gegebenheiten und Ressourcen angepasst werden. Holz, Abwärme von Biogasanlagen und Fabriken, Großwärmepumpen oder Solarthermie können mögliche Wärmequelle sein. Hauptsache erneuerbar! Es werden keine Fossilen Brennstoffe eingesetzt. Grundlage eines Nahwärmenetzes sind möglichst viele aktive Teilnehmer und eine geeignete Wärmequelle vor Ort. Diese wird aufgrund von örtlichen Gegebenheiten und individuellen Möglichkeiten gewählt. Oftmals sind diese auch in Kombination möglich (z.B. Hackschnitzel + Wärmepumpe ...).
Hausbesitzer bekommen eine Übergabestation in ihren Heizungskeller. Diese ist meist noch Eigentum der Energiebetreiber. Es ist eigentlich keine eigene Wärmequelle mit entsprechender Installation notwendig. Trotzdem kann bestehende Heiztechnik weiter betrieben werden (Solar, Holzofen...). Wenn ich zu 100 % Wärme vom Nahwärmenetz nehme, spare ich Einbau, Service, Messungen und alles Weitere was für eigene Technik notwendig ist. Die Wärme kommt unkompliziert und zuverlässig ins Haus.
Aktuell läuft die Umfrage an die Hausbesitzer zum Bedarf bei den einzelnen Wohngebäuden im Ort. In dieser
ersten Phase soll der tatsächliche Bedarf für eine Wärmeversorgung durch Dritte im Dorf ermittelt
werden.
Aus der Präsentation "Ein Wärmenetz für Retzstadt"
Übers BEG gibt es derzeit Förderungen für den Anschluss ans Nahwärmenetz, und die nötigen Umbaumaßnahmen.
haben sich sicher die Haushalte, die jetzt schon ein neues Heizsystem suchen bereits eines eingebaut. Es gibt immer zu jedem Zeitpunkt einen Teil der Haushalte, die noch mit der bestehenden Technik einige Jahre auskommen würden. ABER: Wenn der Umbau "zu früh" kommt, kann beispielsweise eine vorhandene Gastherme auch weiter verkauft werden, auch innerhalb des Orts.
Um für alle einen fairen und günstigen Preis realisieren zu können, ist es nötig, dass die Leitungen nicht zu groß dimensioniert werden. Eine Nachverdichtung, also späterer Anschluss ans Netz ist so nicht immer möglich, oder mit hohem Aufwand verbunden. Wer beim Nahwärmenetz mitmachen möchte, sollte direkt zum Start einsteigen und nicht darauf hoffen, nachträglich einen Abzweig gelegt zu bekommen.
Um ein effizientes Netz bauen zu können, sollten möglichst viele Haushalte auf kurze Strecken mitmachen. Um das Vorhaben zu realisieren, sollten im Schnitt 50 % der Haushalte mitmachen. Wird diese Zielmarke erreicht, kann das Projekt weiter entwickelt werden, ansonsten verläuft es im Sande, da es vermutlich nicht rentabel und effizient umsetzbar sein wird.